Foto: Crönlein/GBS News-Online

Autokino und Autodisco in Lauterbach, ein Erfolg

Autokino und Autodisco war ein großer Erfolg

LAUTERBACH
Eigentlich hätte man dieses Jahr gerne wieder ein Open-Air-Kino im Freibad machen wollen, aber daraus wurde bekanntlich nichts. Der Prämienmarkt Lauterbach wurde auch abgesagt, aber dafür veranstalteten die „zweikopf-Agentur“ und Zentralstation Frischborn das Autokino und Autodisco auf der Bleiche in Lauterbach, wir berichteten hier.

Foto: Crönlein/GBS News-Online

GBS News-Online sprach mit den Veranstaltern
Jeremias Rockel und Bastian Fugmann von der „zweikof Agentur“ (Eigenschreibweise, Anm. d. Red.) und André Möller von der „Zentralstation“ in Frischborn waren die Veranstalter. „Wir hatten im September schon diese ‚Spinnerei‘ überlegt und jetzt war es klar, es muss gemacht werden“, sagt Jeremias Rockel. So wurde aus der „Spinnerei“ Ernst. Es passte auch, weil dieses Jahr 60 Jahre Autokino in Deutschland gefeiert wird. „Wir sind vom Termin her relativ spät, sodass viele dachten, Lauterbach macht es auch, aber wir dachten, wenn in Lauterbach, dann in der Prämienmarktwoche, sonst macht es ja keinen Sinn“, so Rockel.

In rund fünf Wochen Vorbereitungszeit hatte man das Autokino und die Autodisco auf die Beine, bzw. in diesem Fall auf die Räter, gestellt. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, betont Jeremias Rockel. „Die Leute sind begeistert. Wir haben Lust, es wieder zu machen.“ Dabei muss abgewogen werden, in welcher Größe und welchem Rahmen das nächste Autokino stattfinden kann. „So, wie es jetzt hier mit dem Aufwand ist, ist es ein großer finanzieller Batzen, der auch bezahlt werden will“, erklärt Rockel. Es wird auf jeden Fall wieder ein Autokino geben, kündigt er an.

In den drei Tagen hatte man sechs Filme gezeigt und die Autodisco veranstaltet. Der längste Film wurde am Freitag gezeigt. Illuminati, ein US-amerikanischer Thriller des Regisseurs Ron Howard aus dem Jahr 2009. Dieser lief bis nachts um ca. 02:30 Uhr.

Autodisco ein großer Erfolg
Auch die Autodisco war ein Erfolg, obgleich DJ Fugi, alias Bastian Fugmann, sehr nervös war, wie er unserer Online-Zeitung gesteht. Auch hatte der gebürtige Rimloser, der mittlerweile in der Kernstadt lebt, Angst, wie es für ihn als DJ ist. „So etwas macht man nicht alle Tage“, sagt Bastian Fugmann. Er kennt es von Hochzeiten und Klubs so, dass man mit den Gästen interagiert und auch das Feedback bekommt. Hier war es anders, erklärt er uns. „Man schaut gefühlt auf einen Parkplatz, der voll mit Autos ist, wo aber keine Menschen zu sehen sind. Spätestens nach 10 Minuten, wenn dann das erste Auto gehupt hat und die Warnblinker eingeschaltet werden, wird man eines Besseren belehrt. Die Stimmung war grandios, Ekstase pur“, so DJ Fugi. Es sei unbeschreiblich gewesen. Er habe schon viel erlebt, aber das habe schon einiges übertroffen. „Drei Stunden Vollgas, aber alle Autos standen“, schmunzelt DJ Fugi bei diesem Wortspiel. Die Gäste waren dankbar, dass man auch in solchen Zeiten, wo man eigentlich nicht wirklich feiern kann, dennoch feiern kann. Es war eine Erfahrung wert, betont Fugmann. „Man konnte sich zuvor nichts darunter vorstellen. Selbst ich nicht.“ Man überlege sich, ob man das im kleineren Stil wiederholt. „Es wurde super angenommen. Die Gäste waren alle begeistert. Es war Feiern mal anders“, so DJ Fugi.

Knappe Kalkulation
Es sei eine ganz knappe Kalkulation gewesen, betont Jeremias Rockel. „Wir hatten natürlich eine große Unterstützung von der Stadt Lauterbach, die uns den Platz und Logistik zur Verfügung gestellt hat. Diese Kosten sind uns nicht entstanden. Aber die ganze Technik, die hier steht, sind rund 12.500 Euro, die müssen eingespielt werden“, so Rockel. Das ganze Team arbeite ehrenamtlich, weil es Spaß an dieser Arbeit habe, erklärt Jeremias Rockel.

Technisches Hilfswerk unterstützte ehrenamtlich
Auch das Technische Hilfswerk war ehrenamtlich vertreten. Es stellte die Notbeleuchtung zur Verfügung, falls der Strom ausfallen sollte, sodass die Autofahrer die Ausfahrt finden und der Wachdienst, der rund um die Uhr anwesend war, ausreichend Licht hatte.

Rund 35 Sponsoren haben das Projekt unterstützt
Rund 35 Sponsoren hatten das Projekt unterstützt. „Ohne die Firmen, die uns gesponsert haben, wäre dieses Projekt nicht tragbar gewesen. Denn die Einnahmen von nur 20 Euro pro Auto hätten die Kosten nicht gedeckt.“ Mit rund 60 Autos, bei der Autodisco sogar 84 Autos war man gut ausgebucht, obgleich für 100 Autos Platz gewesen wäre. „Bei den Filmen hatten wir weniger Autos rein gelassen, also 60 Autos pro Film, damit jeder gut sehen konnte. Es war für uns wichtig, dass jeder etwas von dem Film sehen konnte“, erklärt Rockel.

Tonempfang per UKW-Radio
Technisch gesehen ist ein Autokino nicht schwierig zu gestalten. Jeder, der ein UKW-Radio im Auto hatte, konnte den Ton über eine normale UKW-Frequenz empfangen; sogar noch in der Nachbarschaft. Nun stellt man in Deutschland nicht einfach einen Sender auf und los geht es. Die Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) in Kassel und die Deutsche Telekom bzw. Bundesnetzagentur müssen mit in das Boot genommen werden. Auch das verursacht Kosten. Die LPR ist für die Lizenz und die Bundesnetzagentur für die Frequenz zuständig.

Wird es eine Wiederholung geben?
Da ist sich Jeremias Rockel sicher. „Mal schauen, in welcher Form und Größe, ob hier auf diesen Platz oder ein anderes Gelände.“ Bastian Fugmann fügt hinzu: „Wir sind nun gut eingespielt in der Hinsicht, wie es funktioniert und auf was man achten muss, beispielsweise auf die Filmauswahl. Wir haben nun erste Erfahrungswerte gesammelt. Allein dieser Platz hier, wird ein- oder zweimal im Jahr, beispielsweise für den Prämienmarkt oder einen Zirkus genutzt. So etwas muss viel öfter gemacht werden.“ Die Bleiche ist genau für solche Veranstaltungen wie geschaffen. Das Potenzial sei vorhanden. Die Besucher kamen auch von weiter her, wie beispielsweise von Frankfurt, Offenbach oder Schlüchtern, um Filme oder die Disco zu erleben, betont Fugmann.

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