Symbolfoto: pixabay

Blockade von Umweltschützern führt zu schwerem Unfall auf der A3

Gegen die Teilnehmer der Abseilaktion wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

WÖRSDORF (TAUNUS)
Eine Gruppe Aktivisten blockierte ab ca. 10.00 Uhr die A 3, um gegen die Rodungen im Herrenwald und Maulbacher Wald zu protestieren. Zwei Personen seilten sich von einer Brücke ab. Sieben weitere Personen befanden sich im Bereich der Brücke.

Aufgrund einer Abseilaktion von Aktivisten gegen den Weiterbau der A 49 im Dannenröder Forst, im Bereich einer Autobahnbrücke bei Idstein, musste die Polizei die Autobahn aus Gründen der Gefahrenabwehr sperren.

29-Jähriger krachte in Stauende
Ein 29-jähriger Fahrer eines Skodas fuhr am heutigen Dienstagvormittag, gegen 10.00 Uhr, rund einen Kilometer hinter dem Autobahnparkplatz „Theißtal“, auf den Anhänger eines am Stauende befindlichen Lastwagens auf, teilt die Polizei mit.

Durch die Wucht des Aufpralls geriet der Wagen unter den Anhänger. Der 29-Jährige erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Hierdurch kam der Verkehr in Fahrtrichtung Köln schnell zum Erliegen und es entstand ein Stau von rund acht Kilometern. Für die Rettungsarbeiten und die Unfallaufnahme musste die A3 in Fahrtrichtung Köln komplett gesperrt werden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde zur Klärung der Unfallursache ein Sachverständiger hinzugezogen. Es bildete sich anschließend ein Stau von über 15 Kilometern.

Gegen die Teilnehmer der Abseilaktion wird nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Screenshot aus dem Video der Aktivisten

Aktivist äußert sich in einem Video
Das Video liegt der Redaktion vor. Hier ein Ausschnitt im Wortlaut:

„Es ist schrecklich, dass es zu dieser Tragödie gekommen ist. Wir fühlen mit den Angehörigen und hoffen, dass die verunfallte Person sich gut erholt. Jeder Verkehrsunfall ist ein Schicksalsschlag, der gerade durch so eine unerwartete Plötzlichkeit die Betroffenen tief erschüttern können. Unsere Gedanken sind bei allen, die durch dieses Unglück in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Polizei bringt diese Tragödie im Zusammenhang mit einer Abseilblockade über der A3, mit der Aktivistinnen gegen die Rodungen für den Bau der umstrittenen A49 protestieren wollen. Wir finden das Geschmacklos, dass die Polizei innerhalb einer Viertelstunde nach dem Unfall über ‚Twitter‘ Anschuldigungen geäußert hat, während Auffahrunfälle bei Autobahnstaus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert werden. Auf diese Anschuldigungen heute schon einzugehen, würde diesem schrecklichen Ereignis nicht gerecht werden. Heute wollen wir den Angehörigen die Ruhe lassen mit diesem Schock umzugehen.“

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