Der Drive-in-Corona-Test in Homberg (Efze). (Foto: privat)

Halsschmerzen gleich Corona? Das lange Bangen eines 7-Jährigen

Kein Anruf: 7-Jähriger musste sechs Tage auf Ergebnis warten obwohl das Ergebnis schon früher bekannt war

SCHWALMSTADT
Ein 7-jähriges Kind klagt über starke Halsschmerzen. Das war am Samstag, den 26.09.2020. Da am Samstagabend kein Arzt Sprechzeiten hat, muss man also zum ärztlichen Notdienst. Es stellte sich dort sofort heraus, dass das Kind kein Fieber, Husten, Schnupfen oder sonstige Symptome aufweist, außer eben Halsschmerzen.

Anstatt der Arzt des ärztlichen Notdienstes dem Kind irgendetwas gegen Halsschmerzen verschreibt, gibt er einem nur den Rat, das Kind auf Corona testen zu lassen.

Nun fragt sich Marcus R. aus Schwalmstadt (Name ist der Redaktion bekannt), Zitat: „Ist dies eigentlich vom Arzt unterlassene Hilfeleistung? Hatte der Arzt keinen Bock, irgendwas zu verschreiben? So nach dem Motto: Einfach auf Corona testen? Ja klar! Warum sollte man auch einem Kind ein Mittel gegen Halsschmerzen geben?! Beruf eindeutig verfehlt!“

Nun nahm das lange Warten und die damit verbundene Unsicherheit seinen Lauf. Nach einem Anruf bei der Corona-Hotline bekam der Vater des 7-Jährigen gesagt, dass man am Montag zum Corona-Test kann.

So begaben sich Vater und Sohn zum Drive-in-Corona-Test nach Homberg (Efze). Nachdem man nun 50 Minuten gewartet hatte, war es soweit: Der Corona-Test! Das war am 28.09.2020. Man bekommt dort gesagt, dass das Ergebnis einem telefonisch und (!) schriftlich mitgeteilt wird. Nun hieß es also warten; doch ein Anruf blieb aus.

Ganze fünf Tage später, also am 05.10.2020, ist endlich der Brief im Briefkasten. Einen Anruf wie versprochen gab es nicht. In diesem Brief steht, dass der Corona-Test negativ ist. Bemerkenswert ist dabei das Datum des Schreibens: 29.09.2020!

Man wusste also bereits einen Tag nach dem Test, dass dieser negativ ausgefallen ist, und trotzdem wurde das Kind telefonisch nicht informiert!

Der Vater des Kindes meint dazu: „Das ist schlampig und einfach nur eine große Sauerei! Das Kind denkt, es hat etwas Schlimmes und darf nicht in die Schule!“

Nun fragt man sich, warum muss ein Kind tagelang auf das Ergebnis warten und bangen, wenn das Ergebnis schon einen Tag nach Testung bekannt ist? Denn versprochene wichtige(!) Anruf blieb aus.

Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung
Auf eine Anfrage unserer Online-Zeitung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen in Frankfurt teilte uns der Pressesprecher Alexander Kowalski mit, dass die getestete Person im Regelfall keine telefonische Benachrichtigung, sondern eine Nachricht per SMS zugesendet und im Nachgang noch mal einen Brief bekommt. „In der Regel geht es relativ zügig, dass eine SMS kommt. Es ist richtig, fünf bis sechs Tage warten zu müssen, ist suboptimal. Der Normalfall ist es nicht, dass es solange dauert“, so Alexander Kowalski. So vermutet der Pressesprecher, dass es sich hier um ein Einzelfall handelt. „Wir haben einfach im Moment ein sehr hohes Aufkommen, da kann es immer Mal passieren, dass so etwas ‚durchrutscht‘. Das soll nicht sein, kann aber mal passieren“, erklärt der Pressesprecher. Es sei derzeit eine sehr hohe Auslastung. Die Kassenärztliche Vereinigung erhebt gegen sich einen sehr hohen Anspruch, die Testergebnisse so schnell wie möglich per SMS mitzuteilen.

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