Zum 25. November, dem internationalen Gewaltschutztag, wurde vor der Kreisverwaltung in Lauterbach wieder ein sichtbares Zeichen gesetzt. Die blaue Fahne von „Terre des femmes“, die die Botschaft „Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben ohne Gewalt“ trägt, weht wieder, gehisst wurde sie von Simon Päbler, Sprecher des Familienbündnisses, Stephanie Kötschau, Beauftragte für Integration, Inklusion und Gleichstellung, und Antonia Schäfer vom WIR-Projekt des Vogelsbergkreises. (Foto: Vogelsbergkreis)

Internationaler Gewaltschutztag

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist Schwerpunktthema

VOGELSBERGKREIS
Der Schwerpunkt für den Internationalen Gewaltschutztag am heutigen Mittwoch im Vogelsbergkreis wurde von Stephanie Kötschau, Beauftragte für Integration, Inklusion und Gleichstellung, zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Fachstellen des Vogelsbergkreises auf das Thema sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen gelegt.

Experten befürchteten, dass Kinder und Jugendliche durch die Corona-Pandemie häufiger sexualisierter Gewalt ausgesetzt sein könnten und Taten durch wegfallende soziale Kontakte seltener bemerkt würden. „Daher ist es umso wichtiger, dieses Thema zu enttabuisieren und auf Beratungsstellen aufmerksam zu machen“, so Kötschau.

Sexualisierte Gewalt betreffe Mädchen ebenso wie Jungen, unabhängig von Alter, kultureller oder sozialer Herkunft und komme in ländlichen Regionen ebenso häufig vor wie in großen Städten und Ballungsgebieten. Pro Schulklasse sei Schätzungen zufolge von ein bis zwei betroffenen Kindern auszugehen. Hinzu komme, dass die Dunkelziffer hoch sei und nur ein geringer Teil der Taten angezeigt werde. In den meisten Fällen würden sich Täter und Opfer kennen und seien im familiären Umfeld der Betroffenen bekannt.

Im Vogelsbergkreis haben Gewaltschutz und Gewaltprävention einen hohen Stellenwert. Das Handlungsfeld Gewaltprävention des Familienbündnisses sowie der Runde Tisch Gewaltschutz und die Beratungsstellen bilden ein breites Netzwerk. Die Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen gibt es bereits seit 2009, schildert Kötschau.

Die Fachstelle bietet Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen bei Bedarf sofortige Beratung und Unterstützung. Hierzu gehören persönliche Gespräche, Unterstützung in der Alltagsbewältigung, Vermittlung von Hilfsangeboten, Krisenintervention durch Hilfe vor Ort und Unterstützung bei Strafanzeige durch Prozessvorbereitung und -begleitung. Des Weiteren ist die Prävention ein großer Bestandteil des Aufgabenspektrums.

Kreisbeigeordnete Kötschau betont abschließend: „Die Fachstelle steht für Fragen rund um die Themen grenzverletzendes Verhalten, sexualisierte sowie digitale Gewalt an Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Eine Beratung kann immer auch anonym erfolgen. Die Beratung ist zudem kostenfrei, vertraulich und unterliegt der gesetzlichen Schweigepflicht.“ Die Angebote der Fachstelle erfolgen aufsuchend und bedarfsorientiert, unabhängig von den regulären Öffnungszeiten der Kreisverwaltung.

Hier finden Betroffene Hilfe:

Erwachsene Betroffene von sexualisierter oder häuslicher Gewalt können sich an die Fachstelle für Frauen (und Kinder) in Not der Kreisverwaltung wenden. Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die von körperlicher oder seelischer Gewalt betroffen sind oder andere Gewaltformen, wie zum Beispiel Stalking, erfahren. Die Beratung ist vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch auch anonym.

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