Rathaus Alsfeld (Archivfoto: Crönlein/GBS News-Online)

Keine Fortsetzung des Alsfelder Modellprojektes

Allgemeine Pandemieentwicklung lässt keine Fortsetzung des Alsfelder Modellprojektes zu. Inzidenzwerte nicht auf die Öffnung des Handels zurückzuführen

ALSFELD
„So sind die Regeln, an die wir gebunden sind und halten müssen“, so Bürgermeister Stephan Paule enttäuscht in seinem Statement, „leider lässt das kreisweite, allgemeine Pandemiegeschehen eine Fortsetzung des Projektes nicht zu, da auch am Freitag, den 16.04.2021, die Kreisinzidenz nach den vorliegenden Ergebnissen des Gesundheitsamtes zum dritten Mal in Folge über 200 liegen wird.“

Die am Modellprojekt in Alsfeld teilnehmenden Geschäfte dürfen daher bereits am Freitag, den 16.04.2021 ihre Türen nicht mehr öffnen, es gilt fortan die hessenweite Regelung, z.B. click & collect.

In der Praxis sehr wohl erfolgreich war
Der Abbruch des Modellprojektes ist gerade deshalb so schade, weil es – auch wenn es sich oberflächlich betrachtet beim Wort Abbruch anders anhört – in der Praxis sehr wohl erfolgreich war. Dies ist an mehreren Punkten fest zu machen. Es gibt bisher keinerlei Hinweise auf Infektionen die im Zusammenhang des Projektes stehen, die Motivation zur Nutzung von Schnelltests ist stark angestiegen und die Anzahl der täglichen Tests konnte im Zusammenhang mit dem Projekt mehr als verdoppelt werden. Hierüber konnten alleine in den ersten sieben Tagen 26 unentdeckte, da symptomlose, Infektionen aufgedeckt werden und somit der expotentiellen Weiterverbreitung entzogen werden. Außerdem ist das Verhalten von Kunden*innen und dem Einzelhandel im Rahmen des Projektes vorbildlich gewesen, wenn gleich auch nicht alle vom „Testaufwand“ begeistert waren und

die aufgrund der verschiedenen Regelungen für Modellprojekt und landesweit geöffnete Geschäfte der Grundversorgung in der Wahrnehmung der Menschen bisweilen Kopfschütteln verursachte, da sich hier der erkennbare „rote Faden der Logik“ nicht erschließt.

„Wir können nur weiterhin an die Alsfelderinnen und Alsfelder appellieren: nutzen Sie unbedingt weiter die Testeinrichtungen und machen Sie Gebrauch davon. So schützen wir uns gemeinsam vor einer größeren Verbreitung des Virus bis eine „Herdenimmunität“ durch Impfungen entsteht. Insbesondere im Hinblick auf evtl. zukünftige Maßnahmen über Notbremsen usw. kann im Hinblick auf eine nachhaltige Senkung der Inzidenz nur vorbildliches Verhalten durch Einhaltung der Regeln und Nutzung der Testangebote der Weg sein“, so Bürgermeister Stephan Paule im Hinblick auf die weiteren Tage und Wochen, „wir möchten Ihnen an dieser Stelle auch keine falschen Hoffnungen machen, ob das Modellprojekt jetzt nur unterbrochen ist und evtl. später fortgesetzt werden kann.

Keine falschen Schlüsse ziehen
Im Hinblick auf die bestehende Rechtslage und im Blick auf die vorgesehene Änderung des Infektionsschutzgesetztes durch den Bund können hierzu aktuell keinerlei Aussagen gemacht werden.“ Abschließend mahnte der Bürgermeister nochmals ausdrücklich davor falsche Schlüsse zu ziehen: „die Dynamik in der kreisweiten Inzidenz ist nicht auf Infektionen im Zusammenhang mit dem Einkauf in den Geschäften der Projektteilnehmer zurückzuführen. Es wäre geradezu kontraproduktiv durch vereinfachte Darstellungen falsche Schlüsse zu ziehen und damit zukünftige Entscheidungen auf falscher Grundlage zu treffen“.

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1 Kommentar

  1. Wirklich sehr bedauerlich, daß das vorbildliche Verhalten der Alsfelder m. Test u. allem, nun darunter leiden müssen, daß i. Kreis d. Inzidenzwerte wieder so hoch sind. Auch Danke an Herrn Bgm. Paule, der uns vorbildlich immer ausführlich informiert. Freundlichen Gruß Anne-K. Ruhtz

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