Kohlenmonoxid-Zwischenfall: Zwei Kleinkinder kommen in ein Krankenhaus

Erhöhte CO-Werte in einem Wohnhaus

Update, Stand 28.10.2022, 17.00 Uhr
Der anfängliche Verdacht, dass die beiden Kleinkinder, die am vergangenen Samstag (22.10.2022) in Herbstein in kritischem Zustand geborgen und vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht wurden, eine Kohlenmonoxid-Vergiftung durch einen Holzofen erlitten haben könnten, hat sich zerstreut.

Wie der Vater der Kinder im Gespräch mit dem „Lauterbacher Anzeiger“ erklärte, seien sie inzwischen wieder aus der Kinderklinik Fulda entlassen worden. Das Klinikum Fulda habe keine Kohlenmonoxid-Vergiftung feststellen können. Vielmehr habe sich herausgestellt, dass seine Kinder mit dem Norovirus und dem Rotavirus infiziert waren, die heftige Krankheitssymptome auslösen könnten, unter anderem Krampfanfälle, wie sie auch der Rettungsdienst bei seinem Eintreffen festgestellt hatte. Im Klinikum Fulda seien die beiden Kinder daraufhin gezielt behandelt und in der Zwischenzeit wieder entlassen worden, berichtet der „Lauterbacher Anzeiger“.

Stadtbrandinspektor Bernhard Christen schilderte gegenüber dem „Lauterbacher Anzeiger“ nochmals das Szenario, dass die Feuerwehr bei ihrer Ankunft antraf. Zwei kleine Kinder waren zu versorgen, sie waren in einem kritischen Zustand. Die Messgeräte der Herbsteiner Feuerwehr hätten eine leicht erhöhte CO-Konzentration angezeigt. Die Spezialeinheit der Feuerwehr aus Schotten stellte dagegen mit ihren besseren Messgeräten kein CO fest. Es sei der Rettungsdienst gewesen, der die Unterstützung der Feuerwehr angefordert habe. Der anfängliche Verdacht sei offensichtlich falsch gewesen, berichtet der Lauterbacher Anzeiger“.

Update: 22.10 Uhr
Wie zu erfahren war, seien beide Kinder nicht in Lebensgefahr. Die Kinder seien mit dem Verdacht auf eine CO-Vergiftung in die Kinderklinik gekommen, sagte der Vater unserer Zeitung gegenüber. Inzwischen seien die Kinder glücklicherweise über den Berg, sagte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage von GBS News-Online.

HERBSTEIN
Was genau hat sich am Samstagnachmittag in der Wohnung in Herbstein zugetragen? Ein großes Aufgebot an Feuerwehr, Rettungsdienst und Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Gegen 17.15 Uhr löste die Leitstelle des Vogelsbergkreises in Herbstein in der Hessenstraße unter dem Stichwort „H1 Gas“ für den Rettungsdienst, den Notarzt und der Feuerwehr einen Alarm aus.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wurden in dem Wohnhaus erhöhte CO-Werte festgestellt, Bestätigt die Feuerwehr Herbstein. Nach ersten Informationen gab es zwei verletzte Kleinkinder mit dem Verdacht auf eine CO-Vergiftung.

Vater meldet sich erbost bei uns in der Redaktion
Am späten Abend meldete sich der Vater der Kinder bei uns in der Redaktion und schilderte, es habe sich alles so nicht zugetragen. Wir von GBS News-Online sollen sofort den Artikel löschen. Tatsache ist, ein Kind wurde mit dem Rettungshubschrauber, das andere Kind mit dem Rettungswagen nach Fulda in die Kinderklinik verbracht. Eine Tatsache ist auch, dass ein Kind reanimiert werden musste. Später stellte sich heraus, dass die Kinder nicht in Lebensgefahr sind. Dies bestätigte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage von GBS News-Online.

Bernhard Christen, Stadtbrandinspektor der Stadt Herbstein:
„Als die Feuerwehr ankam, war der Rettungsdienst schon vor Ort. Zwei kleine Kinder mit einer Gasvergiftung sind vom Vater aus der Wohnung gebracht und dem Rettungsdienst übergeben worden. Der Zustand der Kinder war sehr kritisch. Ein Kind hat gekrampft und war ohnmächtig. Das zweite Kind musste sogar beim Eintreffen des Rettungsdienstes reanimiert werden.“

Bernhard Christen, Stadtbrandinspektor der Stadt Herbstein (© Fuldamedia)

Mit der Messkomponente von Schotten hatte die Feuerwehr die Räumlichkeiten untersucht, konnten jedoch keine weiteren erhöhten Werte feststellen. Anschließend wurden alle Räume durchgelüftet und der Kamin untersucht. Der Schornsteinfeger war ebenfalls am Einsatzort und hat alle Räume untersucht. „Wir haben mit dem Schornsteinfeger festgestellt, dass die Räumlichkeiten sehr niedrig sind. Vermutlich wurde der CO-Austritt durch den Holzofen im Küchenbereich ausgelöst“, so Bernhard Christen.

Das Kohlenmonoxid ist ein Gas, welches bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Es habe schon bei kleinsten Mengen Auswirkungen auf das Blut, erklärt der Stadtbrandinspektor. „Die kleinen Kinder waren vermutlich über einen längeren Zeitraum durch den Holzofen dem CO-Ausstoß ausgesetzt und haben das Bewusstsein verloren, so etwas kann auch für Erwachsene kritisch werden“, so Christen.

Die Feuerwehr führte eine vor Ort Druckbelüftung durch, um das Kohlenmonoxid aus der Wohnung zu bekommen.

Vor Ort waren die Feuerwehr mit 30 Einsatzkräften, der Rettungsdienst, ein Notarzt, der Rettungshubschrauber Christoph 28 sowie eine Streife der Lauterbacher Polizei.

Anmerkung der Redaktion
Es ist verständlich, dass Betroffene mit einer Berichterstattung nicht immer einverstanden sind. Bei einem Großaufgebot von Rettungskräften wie Feuerwehren und Rettungsdiensten besteht immer ein öffentliches Interesse. Dabei berichten wir objektiv unter Einbeziehung von Informationen der Einsatzleiter und /oder der Polizei. Wir sind im Besitz der Ton- bzw. Videoaufzeichnung mit dem Einverständnis der Einsatzleiter und /oder der Polizei, um nachweisen zu können, was uns gegenüber gesagt wurde. So auch in diesem Fall. Es gilt das gesprochene Wort, ebenso die in Art. 5 GG geregelte Pressefreiheit. Wir werden auf keinen Fall diesen Artikel komplett löschen, denn dieser Vorfall ist geschehen.

Foto: © Fuldamedia
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2 Kommentare

  1. Hallo unbekannter Schreiber,

    unser Bericht ist entsprechend den Angaben des Stadtbrandinspektors der Stadt Herbstein, Herrn Bernhard Christen. Vielleich hätten Sie sich den O-Ton (s. oben) anhören sollen. Wir veröffentlichen i. d. R. immer den Wortlaut des SBI oder der Polizei. Das machen wir genau deshalb, damit uns keiner falsche Tatsachen nachsagen kann. Daher ist Ihr Vorwurf haltlos, da wir nur das schreiben, was wir von den Einsatzkräften gesagt bekommen. Übrigens steht in anderen Medien nichts anderes über diesen Vorfall.

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